KIND - FAMILIE - MENSCHENRECHTE

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                                 Väter für Kinder e.V.
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Nummer 6/98
verantwortlich i. S. d. P.: Dr. A. Schneider / Vorsitzender

Matthias Matussek:


 

Die vaterlose Gesellschaft

Überfällige Anmerkungen zum Geschlechterkampf

269 Seiten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Mai 1998
ISBN 3 499 60597 X. DM 14,90
Nach der überwältigenden Resonanz auf seinen Artikel "Die vaterlose Gesellschaft" im "Spiegel" vom 17.11.1997 hat der Verfasser jetzt dieses Buch gleichen Titels vorgelegt. Er hatte Hunderte von Briefen, Lebensgeschichten, Tagebüchern und Gerichtsprotokollen und zahllose Anrufe erhalten, nicht nur von Männern, sondern auch von vielen Frauen. Ihnen gemeinsam war der Tenor: "Endlich, endlich schreibt einer darüber."

Das Buch ist polemisch und drastisch geschrieben. Aber auch solche Veröffentlichungen brauchen wir. Mit ihnen wird ein politisch brisantes, weil als politisch inkorrekt geltendes Thema aufgegriffen: der Skandal des deutschen Familienrechts. Vor gut 20 Jahren als sozialliberale Jahrhundert-Reform gefeiert, hat es "sich als eine Art Höllenmaschine erwiesen. Es hat die Zeitehe eingeführt und Scheidung zur weiblichen Erwerbsquelle gemacht. Es hat zu Egoismus verführt und damit Familien zerstört, Väter entrechtet, Tücke belohnt, Güte bestraft und damit buchstäblich das Schlechteste aus Männern und Frauen herausgeholt."

Es wäre naiv anzunehmen, das neue Kindschaftsrechtsreformgesetz würde an der grundsätzlichen Situation etwas ändern. Der Verfasser berichtet von Frauenverbänden, die schon heute dazu aufrufen, das Reformgesetz durch systematische Beantragung des alleinigen Sorgerechts zu unterlaufen, und die Leitfäden zur Umgangsvereitelung in Umlauf bringen.

Matusseks Fazit: Es reicht! Das Buch ist ein Aufruf zum Widerstand und zum politischen Engagement, zur Verweigerung gegenüber der bestehenden Rechtsprechung, dazu, daß Männer endlich aufwachen aus Trauer, Resignation, Verzweiflung und Lethargie. Einige Zitate mögen für sich sprechen:

Männer haben geduldet, daß sie "mit Falschbeschuldigungen wegen sexueller Belästigung besudelt, als Vergewaltiger oder eheliche Gewalttäter vor Gericht gezogen und sozial ruiniert wurden. ... die Urheberinnen dieser zynischen Hexenjagden sind nie zur Verantwortung gezogen worden. Es reicht.

Jahrzehnte haben Männer Gesetze verabschiedet, die Frauen förderten und bevorzugten und ihnen im Familienbereich eine schier grenzenlose Macht über Kind und Geld einräumten - und erleben nun ihren Mißbrauch. Es reicht."

"Teenager, die mit alleinerziehenden Müttern aufwachsen, sind 5mal mehr suizidgefährdet, 14mal mehr potentielle Vergewaltiger, 10mal mehr drogensüchtig, 20mal mehr gefährdet, im Gefängnis zu landen. Das Gerede über die angeblich sanftere Frauenmacht hat sich katastrophal widerlegt, auch politisch."

"Frauen können bei der geringsten Frustration ungefährdet Ehen preisgeben, Familien zerstören, Männer als Sexualstraftäter diffamieren, ihnen die Kinder rauben und sie zu rechtlosen Arbeitsdrohnen machen. ... 'Die Dimension solchen staatlich verordneten Leidens erreicht tragisches Ausmaß', resümiert kritisch Familienrichter Harald Schütz."

In der bisherigen Debatte um Umgangsvereitelung ist ausschließlich vom Schaden die Rede gewesen, den die Kinder dabei nehmen. Aber nicht nur Kinder nehmen Schaden, die ohne ihre Väter aufwachsen; auch Väter nehmen Schaden, die von ihren Kindern ferngehalten werden. Matussek berichtet von der Arbeit der Freiburger Familienforscherin und Mediatorin Ursula Kodjoe, die ermittelt hat, daß in 96% der von ihr untersuchten Fälle die Väter mit zum Teil schweren seelischen und psychosomatischen Erkrankungen auf die Ausgrenzung reagierten. Die verantwortlichen Mütter wissen: Väter lieben ihre Kinder und Kontaktverbote machen sie krank. Sie treffen die Väter an ihrer empfindlichsten Stelle.

Viele Anwälte raten Vätern, gar nicht erst zu kämpfen: "Väter verlieren vor Gericht fast immer. Doch selbst wenn sie dort gewinnen sollten, sorgt ein schleppender Vollzug und eine weibliche Jugend-Bürokratie dafür, daß sie doch verlieren."

Matussek entlarvt die "Lügenarchitekturen" des Familienrechts: die Unterhaltslüge, die Helferlüge, die Gerechtigkeitslüge, die Gewaltlüge und die Mißbrauchslüge.

Wahrhaft revolutionär muten die politischen Forderungen im "Kampfbrevier" bezeichneten Kapitel des Buches an. Sie laufen auf radikale Änderungen der Rechtsprechung hinaus: durchgreifende Maßnahmen zum Erhalt der Elternverantwortung und der Eltern-Kind-Kontakte und eine deutliche Stärkung der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit bei Trennung und Scheidung. Matussek ist sich darüber im klaren, "daß es zu Radikalisierungen der Väterszene kommen wird. Sie werden Ämter besetzen, und sicher wird es vermehrt zu Verzweiflungstaten kommen. ... Doch selbst das bestehende Recht könnte, wenn es ernst genommen würde Unrecht verhindern."

Sein Spiegel-Artikel hat eine Lawine ausgelöst, die anders als die bisherigen Aktivitäten der als "Betroffene" verspotteten Väterszene so rasch nicht zur Ruhe zu kommen scheint. Unter anderem hat sich eine "Deutsche Väterpartei" gebildet, die zur Bundestagswahl antreten will.

Man kann dem Buch nur viele Leser wünschen - Politiker, Juristen, Scheidungsbegleiter, Gutachter, vor allem aber Männer und Frauen, Väter und Mütter, die bereit sind, sich gegen das herrschende Unrecht aufzulehnen und für Männer einzufordern, was vor Jahrzehnten die feministische Bewegung für Frauen verlangte: wahre Gleichberechtigung. Die Kinder werden es ihnen dereinst danken.

Anmerkung (Webmaster): Auf die Vielfalt von, teils auch sehr heftigen, zustimmenden oder kritischen Reaktionen die die SPIEGEL Aufsätze von Matussek (Verlierer sind die Männer; Der entsorgte Vater) und das daran anknüpfende Buch ausgelöst haben, möchten wir hier durch links hinweisen:

Spiegelaufsatz von Sabine Kartte, Kommentare, Leserbriefe, Buchrezensionen 1,2, 3, 4

Andernorts wurde der Rolle von Vätern und den Problemen die mit einer vaterlosen Gesellschaft einhergehen schon lange viel mehr Beachtung geschenkt. Darüber werden wir mehr berichten. Hinweisen möchten wir hier noch auf einige unserer
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